Konflikte gehören zu unserem Alltag dazu. Sobald Menschen aufeinandertreffen und die Meinungen, Erwartungen oder Handlungen auseinander gehen, können Konflikte entstehen.

Oft sind es Kleinigkeiten, die sich mit der Zeit anhäufen und deshalb letztlich mit einem großen Knall zur Eskalation führen. Spitzt sich ein Konflikt zu, können irgendwann beide Seiten nur noch verlieren.

Dabei sind Konflikte per se nichts Schlechtes, denn sie bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Standpunkte offenzulegen. Das wiederum kann den Anstoß geben, Dinge zu überdenken und – falls Handlungsbedarf festgestellt wird – gegebenenfalls zu verändern. Wenn ein Konflikt in seiner Anfangsphase erkannt und angesprochen wird, ist es durchaus möglich, daraus ein Win-Win zu machen.

Doch wie spreche ich einen Konflikt an, ohne den anderen dabei zu verletzen?

Die Struktur SAG ES kann helfen, Emotionen „herunterzukochen“ und dafür sorgen, dass alle Beteiligten an einer Lösung arbeiten:

  • S  Sichtweise schildern: „Ich warte noch auf deinen Input zum Projekt XY.“ – neutral
  • A  Auswirkungen beschreiben: „Wir können die Deadline nicht einhalten.“ – neutral
  • G  Gefühle benennen: „Deshalb bin ich verärgert.“ – subjektiv
  • E  Erfragen, wie der andere die Sache sieht: „Wie siehst du das?“
  • S  Schlussfolgerung ziehen: „Welche Idee hast du zur Lösung?“

Mit Sachlichkeit zur Lösung

Wichtig ist, dass Sie Ihre Sichtweise der Situation sowie deren Auswirkungen neutral und sachlich beschreiben. Verallgemeinerungen wie „immer“ und „nie“ wirken wie ins Feuer gegossenes Öl auf Ihren Gesprächspartner und beschreiben den aktuellen Fall nicht korrekt. Selbst wenn es in der Vergangenheit immer wieder ähnliche Gegebenheiten gab, sollten Sie sicherstellen, dass Sie nur über die aktuelle Situation sprechen. Denn diese zu lösen steht im Vordergrund!

Gefühle beider Seiten würdigen

Ihre Gefühle zu benennen, also offen zu sagen, was der Umstand in Ihnen auslöst, ist wichtig, um selbst wahr- und anzunehmen, was in Ihnen gerade vorgeht. Unterdrückte oder unkontrollierte Gefühle wirken im Konflikt in der Regel destruktiv. Bewusst und kontrolliert benannte Gefühle hingegen sorgen für Klarheit und Authentizität, sodass Ihr Gegenüber weiß, wo Sie gerade stehen und worum es Ihnen wirklich geht.

Beim Erfragen der Sichtweise Ihres Gegenübers bekommen Sie die Möglichkeit zu neuen Einsichten. Und vielleicht hatten Sie bisher gar nicht alle Informationen. Eventuell können Sie so auch den Standpunkt Ihres Gegenübers nachvollziehen.

Um eine nachhaltige Schlussfolgerung zu ziehen, ist es hilfreich, wenn die Lösung von Ihrem Gegenüber kommt. Hier müssen Sie eventuell etwas Hartnäckigkeit zeigen und wiederholt nachfragen. Der Vorteil, wenn der Lösungsvorschlag vom anderen kommt, ist eine größere Bereitschaft, diesen umzusetzen, als wenn er von Ihnen kommt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen konstruktive Konfliktlösungen im neuen Jahr!

MPrick

 

Herzlich

Miriam Buonaventura

Dale Carnegie Business Coach